Der Blog von Dirk Hohnsträter
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Vergeblicher Appell: Rettet das Hotel Okura

Was muss geschehen, damit eine Modemarke politisch wird und ein Lifestyle-Magazin sich mit Investoren anlegt? Es muss etwas geschehen, das unwiderruflich wäre und ein Angriff auf die Schönheit der Moderne. Es muss das Hotel Okura in Tokyo gefährdet sein.

Ruft man die Website des italienischen Modeunternehmens Bottega Veneta auf, finden sich dort nicht nur Informationen über Marke und Kollektionen, sondern seit November 2014 auch ein Tribut an die architektonischen Moderne Japans. Zusammen mit dem Künstler Hiroshi Sugimoto, der Harvard-Architektin Toshiko Mori und dem Apple-Designer Marc Newson ruft Kreativdirektor Tomas Maier dazu auf, das vom Abriss und Umbau bedrohte Hotel aus dem Jahr 1962 zu erhalten:

Bei dem Hotel handelt es sich um eine atemberaubende architektonische Struktur, die auf berückende Weise den Geist der internationalen Moderne mit der Handwerkskunst, den Formen und Farben Japans verbindet. Das Magazin Monocle, das parallel zu Maiers Initiative eine Website zum Erhalt des Okura ins Leben gerufen hat, schreibt in einem vorzüglichen Artikel:

„Visitors can walk into the main building of the Hotel Okura today and still drink in the atmosphere of 1960s Tokyo. The lobby is much as it was: a perfect combination of wood, paper screens and pendant lights.“

Man betritt, brachte es Niklas Maak in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 14. Juni 2015 auf den Punkt, „ein Standbild aus der Vergangenheit der Zukunft“.

Der Abriss des ikonischen Hauptgebäudes mit Lobby und Orchid Bar soll im September erfolgen – aus nichts als Investoreninteresse.

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3. Juli 2015