INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



Type Trap: Finde die Futura! Eine Suchaktion

Unter dem Titel FUTURA type-trap läuft im Internet derzeit eine originelle Suchaktion nach der Schrift Futura. Sie will die Verbreitung der „Zukünftigen“ im Alltag dokumentieren.

Futura

Die 1927 vom Typografen Paul Renner (1878-1956) in Frankfurt am Main entworfene Schrift zählt zu den erfolgreichsten Schriften der Moderne. Entstanden im Kontext der „Neuen Typografie“, steht sie mit ihrer serifenlosen, geometrischen Form für den avantgardistischen Zeitgeist der Zwanzigerjahre. Künstler und Konzerne bedienten sich ihrer ebenso wie die Nationalsozialisten. Die Futura warb für den James Bond Film Diamantenfieber und wurde von Stanley Kubrick für sein Werk 2001. Odyssee im Weltraum ausgewählt. Bei der Mondlandung 1969 hinterließen die Astronauten der Apollo 11 auf dem Mond eine Plakette, auf der eine in Futura gesetzte Botschaft über die friedliche Absicht ihrer Mission informierte. Bis heute ist sie auf Neonreklamen, Plakaten, Verpackungen, Büchern, Visitenkarten und Tattoos präsent. Wer sie findet und fotografiert, kann die Bilder auf der sozialen Bildplattform hochladen und dort über den Fundort zu berichten. Die GPS-Koordinaten in den Fotos verorten die Fundstücke auf der type–trap-Weltkarte und clustern sie zu topspots.

Futura

Die Aktion ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Mainz mit dem Gutenberg-Museum, wo bis zum 30. April 2017 eine Ausstellung der Erfolgsgeschichte der Futura nachgeht. Zudem erscheint im Verlag Hermann Schmid Mainz ein 520 Seiten starkes Buch voller rarer Dokumente und informativer Texte, das mit fadengeheftetem Festeinband, silbernem Kopfschnitt und erstklassiger Gestaltung von der ungebrochenen Attraktivität der Futura zeugt.

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Abbildungen: © Designlabor Gutenberg