INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



Die INVENTUR-Akademie, ein neues E-Learning Angebot

Heute startet INVENTUR ein E-Learning-Angebot zur Konsumkultur- und Designforschung. Den Anfang macht eine Einführung in die kulturwissenschaftliche Warenanalyse.

Spätestens seit 2008 die sogenannten MOOCs (Massive Open Online Courses) aufkamen, erlebt das E-Learning Auftrieb. Vor allem in den Vereinigten Staaten offerieren zahlreiche renommierte Universitäten kostenfreie Online-Kurse. Hinzu kommen private Anbieter, etwa die vom ehemaligen Stanford-Professor Sebastian Thrun gegründete Internethochschule Udacity, sowie unabhängig von Kursformat und Zertifikation konzipierte, digitale Bildungsinhalte.

Vorzüge des E-Learning

Die Vorzüge liegen auf der Hand: Online-Angebote sind allgemein zugänglich, für jeden und überall, man kann sie zu frei gewählten Zeiten sowie im selbstgewählten Rhythmus wahrnehmen, und wenn sie gut gemacht sind, ermöglichen sie ein abwechslungsreiches und nicht selten auch interaktives Lernen. Im traditionellen Wissenschaftsbetrieb können Internet-Kurse die Präsenzzeiten in der Lehre von reiner Wissensvermittlung entlasten und Zeit für persönliche Gespräche freiräumen.

Probleme digitaler Bildungsangebote

Allerdings sind – nicht zuletzt in den Kulturwissenschaften – zahlreiche E-Learning-Angebote laienhaft gestaltet und codiert und fallen dadurch weit weniger attraktiv aus als kommerzielle Produkte, mit denen sie im Aufmerksamkeitswettbewerb stehen. Bei anderthalbstündigen Vorlesungsmitschnitten von Professoren vor einer Kreidetafel oder zehnminütigen Animationsvideos mit zeichnenden Händen ist durch das digitale Medium wenig gewonnen. Zudem führen nicht wenige Internetadressen schon nach kurzer Zeit zu toten Seiten, da die Initiativen nur für die Dauer eines Projektes gepflegt und vorgehalten werden.

Immer wieder greifen auch öffentliche Einrichtungen auf Plattformen wie Facebook zurück (die in der Regel von Studierenden ohnehin genutzt werden) und akzeptieren damit nicht nur einen problematischen Umgang mit persönlichen Daten, sondern auch die Art, wie diese Interfaces Welt formatieren. Zudem tragen Hochschulen durch die Nutzung vorgegebener Plattformen zu deren Akzeptanz bei und machen sich von proprietären Technologien abhängig. In diesem Zusammenhang wird auch der Einwand laut, das E-Learning ermögliche es privaten Anbietern, individuelles Lernverhalten unbemerkt aufzuzeichnen und daraus beispielsweise Bewerberprofile zu erstellen.

Die INVENTUR-Akademie: Ein eigener Versuch

Es ist nicht leicht, einen guten Weg beim Thema E-Learning zu finden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es sehr aufwendig und teuer ist, ein gutes Angebot zu entwickeln. Wo dies gelingt – wie etwa bei der Creative Class von Paul Jarvis – lassen sich allerdings auch erhebliche Gewinne erzielen.

Auf INVENTUR starte ich heute ein kleines, kostenloses, aber mit großer Sorgfalt erstelltes E-Learning-Angebot. Die INVENTUR-Akademie soll Studierenden und anderen Interessierten Einblick in die Konsumkultur- und Designforschung geben: wissenschaftlich solide und attraktiv aufbereitet. Den Anfang macht eine Einführung in die kulturwissenschaftliche Warenanalyse.

E-Learning auf INVENTUR

Grundlegende Informationen sowie ausgewählte Literaturhinweise und Links werden mit eigens programmierten Flipcards (siehe Abbildung) verbunden, die mit einem Klick (auf dem Rechner) oder einem Tap (auf dem Tablet oder Smartphone) Schritt für Schritt das Vorgehen bei einer kulturwissenschaftlichen Warenanalyse freigeben.

Viel Spaß beim Lernen!