INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



Was im Leben zählt. Ein Festtags-Zitat von Georges Simenon

Er verkaufte eine halbe Milliarde Bücher, schrieb über 400, verfasste bis zu 80 Seiten am Tag. Es gab nichts, was ihm im Leben nicht offen gestanden hätte. Welches Resümee hat er gezogen?

„Die Erinnerungen, die jetzt ein Teil meiner Existenz sind, das sind die Strahlen der Sonne, der Regen, der Geschmack von Eis, die langen einsamen Spaziergänge in den verschiedenen Vierteln von Paris mit den Zwischenstationen in einem Bistro im alten Stil, wo Gäste miteinander reden, ohne sich zu kennen.
Was in meinem Leben zählte, das war die Wärme der Sonne auf meiner Haut, oder die eines Holzfeuers an einer Feuerstelle im Winter, und besonders die Märkte in La Rochelle, in Cannes, in Connecticut und anderswo.
Der Geschmack der Gemüse und Früchte. Der Metzger, der riesige Fleischstücke schneidet. Fisch, der auf großen Platten liegt.
Wenn ich etwas in meinem Leben gelernt habe, dann, daß all das gut und wichtig ist. Der Rest ist bloß Anekdote und Stoff für die Presse.“

Quellen: Georges Simenon. Leben und Schreiben. du 734 vom März 2003 & Georges Simenon. Prospekt zum 100. Geburtstag 2003. Diogenes Verlag. Icon: Chris Behr