INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



Acht Wege, ein glücklicherer Konsument zu werden (3)

Die dritte Regel von Gilbert und seinen Kolleginnen hat es in sich.

Regel 3: Kaufe lieber viele kleine Freuden als wenige große

Da Konsumenten sich an jeden neuen Kauf gewöhnen und dessen glücksspendende Wirkung daraufhin nachlässt, empfehlen Gilbert et al., lieber regelmäßig mit Freunden auszugehen als einmal im Jahr eine Traumreise anzutreten:

„as long as money is limited by its failure to grow on trees, we may be better off devoting our finite financial resources to purchasing frequent doses of lovely things rather than infrequent doses of lovelier things“

Die leichte Variabilität des Regelmäßigen sei es, die Alltagsfreuden vor der Abnutzung schütze. Zudem steigere sich der „hedonic impact“ eines Ereignisses nicht im gleichen Maße wie dessen Aufwand.

So überzeugend diese Argumente klingen, gegen die dritte Glücksregel von Gilbert et al. lässt sich gleichwohl einwenden, dass eine hochwertige Jacke, an der man lange Freude hat, einer Handvoll weniger gut sitzender, rasch zerschlissener Teile durchaus vorzuziehen sein dürfte. Und die Offenbarungen eines Dreisterneessens den Glückswert regelmäßigen Mittelmaßes übertreffen können, wenn man denn einen Sinn dafür hat.

Freuden

Gilberts Punkt, dass „peak experiences“ die Fähigkeit, kleine Freuden zu genießen, unterlaufen können, mag für diejenigen zutreffen, die sich alles leisten können – und für diejenigen, die sich die Möglichkeit kleiner Genüsse nehmen, indem sie all ihr verfügbares Einkommen für das eine große Ding ausgeben. Aber das sind Extremfälle. Bei allen anderen kommt es wohl vor allem darauf an, das Verhältnis von Aufwand und Spielraum klug auszubalancieren. In anderen Worten: so gut wie möglich zu leben, ohne sich deshalb kleiner und künftiger Möglichkeiten zu berauben.

Weitere Folgen dieser Reihe finden Sie hier.

Eine Sonderseite zum Thema Konsum, Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit finden Sie hier.

Abbildung: Round Icons*