INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



5 Jahre INVENTUR: Erfahrungen beim Bloggen

Willkommen zurück. Morgen, am 7. September 2018, wird dieser Blog fünf Jahre alt. 761 Posts habe ich seither veröffentlicht, jede Woche mindestens einen. Zum ersten Mal seit der Gründung von INVENTUR gab es in diesem Jahr eine längere Sommerpause. Zeit, über meine Erfahrungen beim Bloggen nachzudenken. Was habe ich gelernt? Wie geht es weiter?

Bloggen: eine persönliche Innenansicht

Das Bloggen, diese genuin digitale Form des Publizierens, fühlt sich heute besser denn je an. In der Krise der Sozialen Medien sind die Blogger wieder da, auch im deutschsprachigen Raum. Sie können, ich habe es selbst oft erlebt, Konzerne beim Suchmaschinenranking schlagen und verkörpern ein unabhängiges World Wide Web. Zu bloggen bedeutet immer auch, die Idee eines offenen Internets zu leben.

Als Blogger mit dem Ehrgeiz, nicht nur die textlichen, sondern auch die gestalterischen und technologischen Aspekte meiner Website in die eigenen Hände zu nehmen, habe ich viele Anfängerfehler gemacht, aber auch sehr viel gelernt, beispielsweise über Web-Typografie. Vor allem aber habe ich verstanden, dass der Code eines Interfaces etwas über die Werte seines Betreibers aussagt.

Bloggen

Legt man, wie ich es von Anfang an getan habe, seinen Blog als Journal an, ist man gleichsam ständig unterwegs, flaniert und recherchiert, entdeckt und prüft, vergleicht, verwirft und ist begeistert. Das ist eine ebenso schöne wie zeitintensive Tätigkeit. Kein Einzelner kann die Arbeit einer ganzen Redaktion ersetzen, und die Diversität der Themen wird durch die Persönlichkeit des Bloggers, wenn er kein Prominenter ist, nur lose zusammengehalten. Ein Blick auf die Lesestatistiken von INVENTUR macht dies schnell deutlich: Es gibt beispielsweise die weininteressierten und die softwareinteressierten Leser/innen, aber kaum welche, die sich für beide Bereiche interessieren. Abonniert jemand den Newsletter, weil er sich für kulinarische Themen begeistert, ist er irritiert, wenn in der nächsten Woche ein Text zur Digitalisierung erscheint – und umgekehrt. Manch neue Leserin bestellt dann gleich wieder ab, weil die Nische nicht klar genug bestimmt ist.

Der am meisten gelesene Artikel dieses Blogs ist derjenige über Weingläser, gefolgt von der Besprechung der Schreibsoftware iA Writer. An dritter Stelle steht der Text über die Fertigung von Markenmode, dann kommen einige Interviews mit Qualitätsexperten, schließlich eine Reihe von Produktempfehlungen. Es gibt Artikel, die über Jahre hinweg immer wieder aufgerufen und von vielen Tausend Menschen gelesen werden, was naturgemäß eine sehr schöne Erfahrung ist, während andere, in denen möglicherweise mehr Mühe steckt, praktisch niemand zur Kenntnis nimmt.

Beliebt sind Produktbesprechungen und Produktentdeckungen mit ihrem unmittelbar umsetzbaren Nutzwert. Da es auf INVENTUR keine Anzeigen und keine bezahlten Artikel gibt und ich nur über Dinge schreibe, die ich selbst ausprobiert habe, schätzen viele Leser/innen die Unabhängigkeit dieser Besprechungen. Für den Autor sind sie allerdings eine ambivalente Angelegenheit. Einerseits erweitern sie das Spektrum der Kritik auf die Orte und Dinge des Alltags. Warum nur Bücher und Weine besprechen und nicht auch Stühle, Regenschirme, Halstücher, Lederwaren und Bleistifte? Andererseits bergen sie das Risiko einer allzu werblichen Schreibweise, die die wissenschaftliche und journalistische Glaubwürdigkeit beschädigen kann. Zu meinen unerfreulichsten Erfahrungen beim Bloggen zählte die Vereinnahmung einzelner Artikel durch fixe Marketingleute.

Wie geht es weiter?

Aus meiner fünfjährigen Blogger-Erfahrung habe ich vor allem eines gelernt: Wer erfolgreich im Internet veröffentlichen will, sollte nur schreiben

  • wenn er etwas Eigenes, Unverwechselbares zu sagen hat, und zwar in jedem Artikel,
  • die Texte für eine klar bestimmte Zielgruppe inhaltlich relevant sind und
  • in regelmäßigen Abständen neue Posts erscheinen.

Weniger, aber besser.

Künftig werden auf INVENTUR nicht mehr im Wochenrhythmus, sondern monatlich neue Artikel erscheinen – jeweils am ersten Donnerstag im Monat. Es ist ein Schritt zu mehr Konzentration, der meiner eigenen Leseerfahrung entspricht: diejenigen Blogger, deren Texte ich tatsächlich gründlich lese, veröffentlichen selten. Die gewonnene Zeit möchte ich nicht nur für die Arbeit an guten Artikeln nutzen, sondern auch für das Verfassen neuer Bücher.

Inhaltlich bleiben die Ökonomie des guten Lebens, Qualität in einem umfassenden Sinn, kenntnisreicher Genuss und die Kunst des Unterscheidens im Zentrum des Blogs.

Anfang Oktober erscheint der nächste Artikel. In ihm werde ich skizzieren, welche Richtung das neue INVENTUR einschlägt.

Einstweilen freue mich über ihre Rückmeldung. Schreiben sie mir!

Icon: © Laura Reen

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