Macht Konsum glücklich? Gedanken und Ratschläge

Konsum, Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit lautet der Titel einer neuen Themenseite, auf der ich Texte, Bilder, einen Film und Links zur vielgestellten Frage zusammengestellt habe, ob der Konsum glücklich machen kann. Sie enthält neben theoretischen Überlegungen auch konkrete Ratschläge, die sich aus der Glücksforschung ergeben.

„Kaufen verspricht Glück“, schreibt DIE ZEIT, „weckt doch jedes neue Produkt die Hoffnung, das Leben noch ein klein wenig besser zu machen.“ Man ahnt, dass die Käufer, pardon: Leser der Zeitung die Kritik gleich mitgeliefert bekommen: „Tagtäglich werden wir systematisch von Marketingexperten und Werbegenies manipuliert.“ Dem Blatt gilt es offenbar als ausgemacht, dass die Produktversprechen falsch sind, der schöne Schein trügt und Konsum nicht zufriedener macht. Für diese Position gibt es eine Reihe guter Gründe, doch argumentieren neuere Ansätze nicht minder überzeugend für eine differenziertere Sicht.

Konsum glücklich

So plädiert beispielsweise Gernot Böhme in seinem Buch Ästhetischer Kapitalismus (2016) dafür, Waren als „Beitrag zur Ausstattung des Lebens, zu dessen Steigerung“ anzuerkennen. Und Wolfgang Ullrich sieht im Konsum eine Möglichkeit „zwischen verschiedenen Deutungen einer Situation wählen zu können und diese so immer wieder anders zu erfahren“.

Weniger theoretisch als pragmatisch sind die Vorschläge, die die Glücksforschung aus Studien zu Wohlbefinden und Zufriedenheit ableitet. So zitiert der Psychologe Gerd Gigerenzer vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Mitglied des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen (SVRV) in seinem Buch Bauchentscheidungen (2007) einen Wirtschaftsprofessor, der ihm folgende Faustregel nahegelegt hat:

„Wenn du eine Stereoanlage kaufst, wähle eine Marke, die du wiedererkennst, und das zweitbeste Gerät.“

Der Fachbegriff hinter dieser Empfehlung lautet Rekognitionsheuristik. Sie unterstellt, „dass bekannte Unternehmen wahrscheinlich gute Produkte herstellen“ und die Technik einen Stand erreicht habe, bei der allenfalls das Modell für den Niedrigpreismarkt einen Reinfall darstelle. Ob es wirklich smart ist, Zufriedenheit an den kleinsten Qualitätsnenner zu koppeln, sei dahingestellt, doch zeigt das Beispiel, auf welch bemerkenswertem Konkretionsniveau die Diskussion darüber, ob der Konsum glücklich oder unglücklich macht, unterdessen geführt wird. So hat der Harvard-Psychologe Daniel Gilbert zusammen mit Kollegen anderer Universitäten zehn Prinzipien formuliert, die zu glücklicherem Geldausgeben beitragen sollen. Sie finden sich, zusammen mit vielen weiteren Anregungen, auf der neuen Themenseite über Konsum, Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit.