Transparenz gestalten. Design für eine informierte Konsumkultur

Alltäglichen Konsumgütern lassen sich oftmals nur wenig Informationen darüber entnehmen, wo, wie, woraus, von wem und unter welchen Umständen sie hergestellt wurden und welchen ökologischen Fußabdruck sie hinterlassen. Wie kann das geändert werden? Im Rahmen eines Projektes an der Köln International School of Design (KISD) habe ich vergangene Woche mit Studierenden über eine Ästhetik der Wertschöpfung nachgedacht.

Angeregt wurde das Projekt durch zwei Impulse. Den einen gab der Verhaltensökonom Armin Falk in seiner Keynote auf der International Conference of Consumer Research in Bonn 2014. Er hob hervor, dass Transparenz eine wichtige Voraussetzung moralischer Kaufentscheidungen sei – und zwar vor allem dann, wenn die Aufklärung über Herkunft, Herstellung und Folgen von Konsumprodukten nicht irgendwo, sondern direkt am point of sale erfolge. Sehen Konsumenten neben Hühnereiern Bilder von Massentierhaltung, sinke ihre Kaufbereitschaft; sehen sie freilaufende Hühner, steige sie.

Transparenz der Wertschöpfung
Diese Suchseite kennt nur Produkte, keine Transparenz.

Den anderen Impuls gab der Berliner Einzelhändler Andreas Murkudis am Rande unseres Interviews über Qualität. Er mache sich seit längerer Zeit Gedanken darüber, wie man beispielsweise Textilien mit gleichermaßen informativen wie gut gestalteten Etiketten versehen könne, die mehr aussagen als die üblichen Made-in-Schildchen. So kam mir die Idee zu einem Projekt über Wertschöpfungsästhetik, das ich vergangene Woche mit Designstudierenden an der KISD durchgeführt habe. Wie könnten Konzepte einer ebenso wirksamen wie attraktiven Kommunikation von Produktionsumständen und ökologischen Konsequenzen aussehen?

Ästhetik der Wertschöpfung: Konsum und Transparenz

Die Reflexionen, Diskussionen und Designideen haben Eingang in eine neue, umfangreiche Lektion der INVENTUR-Akademie gefunden, dem E-Learning Angebot von INVENTUR. Unter dem Titel Ästhetik der Wertschöpfungskette: Konsum und Transparenz habe ich Texte, Bilder, Filme und Links zusammengestellt, die das Thema der Transparenz im Konsum mit historischen und gegenwärtigen Beispielen, philosophischen Überlegungen und praktischen Anregungen erschließen und sich als übersichtlicher Ausgangspunkt für eine vertiefende Beschäftigung anbieten. Den direkten Zugang zu der neuen Seite finden Sie hier.