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Der Blog von Dirk Hohnsträter



Kunststoffklassiker (6): Formwork von Industrial Facility

Gutes Design, sagen Sam Hecht and Kim Colin, ist getragen von einem „belief in making things better, which invariably helps to make life better too“. Doch was ließe sich an – sagen wir – Pappbechern, Notizbüchern oder Festplatten verbessern? Gibt es nicht bereits ein überwältigend großes Angebot, und werden solche Dinge als weltverbesserungstauglich nicht ein wenig überschätzt? Ein Blick auf die Entwürfe von Hecht und Colin, die seit 2002 ihr Londoner Designstudio Industrial Facility betreiben, zeigt rasch, was gute Gestaltung vermag. Arbeiten wie das Ablagesystem Formwork und andere Produkte des Büros machen durchaus einen Unterschied.

Industrial Facility

Da wären etwa die – leider nicht in Serie gegangenen – semitransparenten Pappbecher für die japanische Takeo Paper Company, bei denen die eingeschenkten Flüssigkeiten wie durch sandgestrahltes Glas durchscheinen und die Becher hinter der Getränkewahrnehmung zurücktreten.

Oder die seit 2006 produzierten Notizbücher für Muji – einer Firma, die Hecht und Colin dauerhaft beraten. Durch den Rückgriff auf bewährte Formate eignet ihnen eine Selbstverständlichkeit, die auf angenehme Weise Abstand zu lautem, expressivem Design hält:

„When asked to design a small pocket notebook, Industrial Facility adopted the format of a passport, using the exact size, corner radius, number of pages and fabrication process. For the colour, again the same spectrum used for passport nationalities was followed, so in this sense the work had already been done.“

Bei ihrer Arbeit lassen sich die Gestalter von einer 1994 begonnen, weltweit erworbenen Sammlung massenproduzierter Designobjekte für weniger als fünf Pfund anregen. Hecht (der vor der Gründung des Büros bei IDEO arbeitete und dabei unter anderem Verkaufstechnologie für Prada entwarf) und Colin begleiten ihre Arbeit mit unterdessen einem halben Dutzend Büchern, die ihre Designhaltung reflektieren. Es handelt sich um einen Ansatz, der kontextuelles Denken mit reduzierter Form verbindet.

LaCie Little Disk

Aus dem Repertoire der Industrial Facility können wenigstens zwei Projekte zu den Klassikern des Kunststoffdesigns zählen: die glänzendschwarzen, mit verstecktem USB-Kabel versehenen Festplatten für LaCie, die von 2007 bis 2012 angeboten wurden und sich bis zu 20000 mal pro Monat verkauften – und das Ablagesystem Formwork, das für Herman Miller in Chicago (ebenfalls ein dauerhafter Klient des Büros) entworfen wurde.

Formwork

Formwork

Das System – seit 2014 in Produktion – stellt eine intelligente Alternative zu allzu grauen, allzu grellen oder allzu gediegenen Schreibtischartikeln dar. Es besteht aus 14 Elementen, die sich durch eine außergewöhnliche Kombinierbarkeit auszeichnen. Gefertigt aus hochwertigem ABS und mit einer rutschfesten Silikonbasis verstehen, wirken sie solider und alterungstauglicher als die üblichen Ablagesysteme. Formwork – das die Designer über ihren 2009 eingerichteten Online-Shop Retail Facility vertreiben – verbindet überlegte Funktionalität mit einer ruhigen, unaufdringlichen Ausstrahlung.

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Lesen Sie auch den Artikel über eine innovative Zahnbürste von Sam Hecht & Kim Colin.

Weitere Beiträge der Reihe Kunststoffklassiker beschäftigen sich mit

Design: Sam Hecht & Kim Colin / Industrial Facility
Fotos: © Industrial Facility

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