INVENTUR

Der Blog von Dirk Hohnsträter



Kleine Kaffeeröstereien (1): Van Dyck, Köln

Kaffee aus kleinen Röstereien stammt nicht selten aus fairem Handel und biologischem Anbau, stärkt dezentrale Handelsformen und bietet geschmackliche Abwechslung. Grund genug für INVENTUR, in einer neuen Reihe Röstereien zu präsentieren, deren Produkte diese Kriterien erfüllen. Den Anfang macht – nachdem ich die Bonanza Coffee Heroes aus Berlin bereits im Gespräch vorgestellt habe – die Kölner Rösterei Van Dyck.

Zwei Eindrücke nimmt mit, wer sich bei Van Dyck in der Ehrenfelder Körnerstraße umschaut und verkostet: zum einen die sympathische Kombination aus konsequentem Qualitätsdenken und entspannter Atmosphäre: Der Kaffee des 2010 von Monika Linden und Martin Keß gegründeten Unternehmens ist bio-zertifiziert, kommt aus fairem Handel und wird vor Ort schonend in der Trommel geröstet. Frische, eine klare Produktpalette und gute Beratung stehen im Vordergrund. Zum anderen die erfreuliche Verbindung aus einer ansprechenden, individuellen Röststilistik mit zugänglichen Preisen, die um die 7,90 für 250 Gramm liegen und damit unterhalb einer Dose Illy-Caffè, der nicht als Bioware zertifiziert ist.

Van Dyck

Das Geschmacksbild fällt kräftig aus, besonders bei der Variante aus 100% Robustabohnen. Pur genossen ist sie durchaus gewöhnungsbedürftig, schmeckt als Cappuccino jedoch ausgezeichnet. Auch im Hausblend Ehrenfelder findet sich ein mit 40% überraschend hoher Robustaanteil, der gekonnt ins Geschmacksbild integriert wird. Die dunkle Röstung – ebenfalls bei den Arabicamischungen – gefällt nicht nur in urbaner Umgebung. Kein Zufall also, dass das Gourmetrestaurant Vendà´me im Schlosshotel Bensberg Kaffee von Van Dijk ausschenkt.

van Dyck Adorno

Die umfassende Qualitätsausrichtung des Unternehmens schließt eine informative Website und ein mehrfach ausgezeichnetes Corporate Design ein. Die mintgrünen Beutel und die gestempelte Papiertüte für den reinen Robusta sind eine Wucht. Auf die Frage, warum die beiden klassischen Mischungen des Hauses Adorno und Horkheimer heißen, findet sich auf der Website allerdings keine einen Philosophen zufrieden stimmende Antwort. Doch dürfte kaum falsch liegen, wer die Namenswahl als Einspruch gegen den 18. Aphorismus von Theodor W. Adornos Minima Moralia liest.

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